Verkehrsmelder: Kanada

29.09.2013

von der "alten" Timbo-Seite
von der "alten" Timbo-Seite

Es ist diesmal nicht ganz einfach, meine mittlerweile weltberühmten und unermesslich nützlichen Nach-Urlaub-Verkehrstipps für das Autofahren im Ausland zu verfassen, bewegte ich mich doch vorwiegend in Gegenden, in denen kaum Verkehr herrschte, und wenn, dann weitgehend von Touristen veranstaltet.

Doch immerhin kann ich vermitteln, wodurch man in Kanada sofort als solcher auffällt: Laut eines Busfahrers durch ein sauberes Auto. Mag sein. Laut meiner selbst vor allem dadurch, dass man in dieses Auto ohne Steighilfe hinein kommt und es in Parklücken unter acht Metern Länge passt.
Außerdem outet man sich sofort, wenn man sich für zuvorkommendes Verhalten im Straßenverkehr bedankt. Das tut der Kanadier nie. Wobei ich nicht sagen möchte, dass er nicht freundlich und zuvorkommend wäre. Doch, das ist er meistens. Aber genau deswegen ist es offenbar selbstverständlich und zieht nicht extra Danksagungen nach sich.

Beleg dafür ist unter anderem die Einstellung gegenüber Fußgängern, welche sich bereits in geltenden Verkehrsregeln widerspiegelt. So gibt es selbst auf Hauptstraßen in Großstädten Ampeln, die geraume Zeit in alle Richtungen rot zeigen, damit die Spazierenden kreuz und quer über die Kreuzung tollen und in der Mitte noch ein Picknick machen können.
Zebrastreifen sind oft mit Warnlichtern ausgestattet, die zu aktivieren der Wirkung einer roten Ampel in nichts nachsteht. Doch selbst, wenn ein Übergang keine solchen Lichter hat, erübrigt es sich, nach recht und links zu sehen, denn der Kanadier wird schon in drei Kilometern Entfernung mit dem Abbremsen beginnen, sofern sich ein Fußgänger im weiteren Umkreis eines Zebrastreifens aufhält. Ein Vorgang, der angesichts der dort zulässigen Höchst"geschwindigkeiten" für unsereins geradezu grotesk anmutet.
Selbst, wenn man die Straße dort überquert, wo weit und breit kein Übergang vorgesehen ist, wird der Kanadier geduldig abbremsen und, sollte es länger dauern, womöglich aussteigen und seine Hilfe anbieten.
Kurz und gut: Das Auto zugunsten eines Spaziergangs stehen zu lassen, kann unter Umständen das Vorankommen auf Kurzstrecken sogar wesentlich beschleunigen.

Und man umgeht damit auch noch das größte Rätsel nordamerikanischer Verkehrsregelungen: den 4-Way-Stop, also Kreuzungen, an denen ein Stoppschild in alle vier Richtungen zeigt. Aber vielleicht mag mich ja ein geneigter Leser darüber aufklären, wer als erstes fahren darf, sollten sich mehrere Fahrzeuge an einem solchen Ort treffen. Die Lösungen "wer zuerst da war" und "rechts vor links" sind übrigens falsch. Oder es hat sich kein Mensch daran gehalten. Ich jedenfalls habe eher eine Art "naja, bevor gar keiner fährt" praktiziert.​.​.